„Das Wichtigste am Integralen Ansatz ist, dass wir mit möglichst vielen Potenzialen in Berührung sein wollen, um alle Möglichkeiten für Problemlösungen, Wachsen und Transformation auszuschöpfen.“

— Ken Wilber in Integrale Spiritualität (2006)

Die integrale Theorie kann man als eine Bewusstseinsphilosophie bezeichnen, die sich ganzheitlich mit menschlicher Evolution befasst.
Sie ist aber vor allem eine Metatheorie. Das heißt, sie baut auf vielen anderen Theorien auf, integriert sie, daher der Name. Man nähert sich Integraler Theorie am besten mit Hilfe des AQAL-Modells von verschiedenen Perspektiven an, um die vielen faszinierenden Zusammenhänge durchdringen zu können, die sie herstellt.

Integrale Theorie beantwortet u. a. Fragen wie:
Wie lässt sich Wirklichkeit beschreiben (als notwendige Voraussetzung für gelingende Kommunikation und Zusammenarbeit)?
Welche Entwicklungen sind möglich, welche (im Moment gerade) nicht?
Wie gehe ich als Individuum, im Team, im System mit steigender Komplexität und Dynamik um?
Wie kann Veränderung oder Anpassung an eine sich im steten Wandel befindende Umwelt gelingen?
Wer bin ich / wer sind wir in dieser Zeit und wie kann ich mich und andere führen / wie kann kollektiv geführt werden?
Welche Herangehensweisen gibt es beim Lösen komplexer Probleme im Unterschied zu komplizierten?

Albert Einstein sagte einmal: “Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.” Das impliziert eine Bewusstseinserweiterung, die uns ermöglicht, Probleme evolutionär anzugehen.

Was vor 300 Jahren mit der Aufklärung begann und in die Moderne überleitete, die durch Demokratie, Wissenschaft und Technologie überwältigend großen Fortschritt für die Menschheit im Guten, wie im Schlechten mitsichbrachte, dann von der Postmoderne entlarvt aber auch dekonstruiert wurde bis zur Sinnlosigkeit, das setzt sich jetzt fort in einer sich abzeichnenden Zweiten Aufklärung, durch die wiederum ähnlich umfassende Entdeckungen möglich werden. Nur ist das Paradigma nicht materialistisch, nicht höher, schneller, weiter: Es geht nicht um das äußere Universum, das wir z. B. durch Naturwissenschaften schon recht gut vermessen und verstanden haben. Integral informierte Menschen und Organisationen beginnen, sich vermehrt dem inneren und intrapersonalen Universum zuzuwenden, sie tun dies allerdings auf einer höheren Bewusstseinsstufe.
Die Integrale Theorie führt diese Universen zusammen. Wir können die heutige Komplexität nur erfassen und damit umgehen, wenn wir diese drei Wirklichkeitsbereiche Innen, Außen und Dazwischen gleichberechtigt zur Kenntnis nehmen und darin wirksam werden, etwa so wie das AQAL-Modell es mit seinen Quadranten innen/außen/individuell/kollektiv darstellt. Das Besondere an der Zweiten Aufklärung: Sie grenzt sich nicht ab, sie integriert und transzendiert. …

Glossar Was ist integral
Das Glossar Was ist integral bietet einen guten Einstieg in die Materie.

Wenn Du Dich weiter über integrale Theorie und Praxis informieren willst, schau doch mal in der Bibliothek des Integralen Forum e. V. vorbei.

Vertreter und Vordenker der integralen Theorie (Auswahl):

  • Georg W. F. Hegel
  • Henri-Louis Bergson
  • Alfred North Whitehead
  • Pierre Teilhard de Chardin
  • Jean Gebser
  • James Mark Baldwin
  • Sri Aurobindo
  • Claire W. Graves
  • Jürgen Habermas
  • Robert Kegan
  • Ken Wilber